Blau als Köder

Blau als Köder

Die Idee, Farbwirkungen als Kaufanreiz zu nutzen, ist nicht neu. Edle Rotweine suggerieren so bereits auf ihren farblich ausgeklügelten Etiketten sinnlichen Genuss und kultivierte Eleganz. Jede Farbe trägt eine inhärente Botschaft in sich, die auf das Produkt übergeht, von der es profitieren kann. Farbe wirkt dabei unmittelbarer als Worte, prägt sich besser ein, erschließt sich jedem sofort und beeinflusst subtil. Von bestimmten Farben, insbesondere von Blautönen, geht sogar eine regelrechte Sogwirkung aus, die bereits von mehreren Firmen als Köder für ihre Kunden genutzt wurde, die deutlich häufiger zu in diesen Blautönen verpackten Produkten greifen.

Microsoft hat verschiedene Farbnuancen für die Werbelinks auf einer seiner Suchseiten testen lassen und will sich nun genau diese “Sogwirkung” von Blau zunutze machen. Denn wie zu erwarten klickten die Nutzer einen bestimmten Blauton deutlich häufiger an als andere Farben. Es ist ein intensiv leuchtendes, leicht rotstichiges Blau (Hexadezimal-Code #0044CC), von dessen Verwendung sich Microsoft zusätzliche Einnahmen von 80 bis 90 Millionen verspricht.

Mit einem ganz ähnlichen Blauton, den er sich sogar patentieren ließ, hat bereits der Künstler Yves Klein experimentiert: das IKB-Blue, ein intensives, sattes Ultramarin, das den Betrachter von Kleins meist großformatigen Bildern ebenfalls regelrecht in sich hineinsog.

Quelle: Spiegel Online


3 Kommentare zu Blau als Köder

  1. Susanna sagt:

    Sieh an, sieh an! Hätte man nicht vermutet, dass gerade dieses Königsblau eine solche Sogwirkung hat. Interessanter Artikel. Danke!

  2. Andre sagt:

    interessanter Artikel! Weiter so!

  3. Caro sagt:

    Da! Und mir hat nie jemand geglaubt, wenn ich gesagt hab, dass die Bilder von Yves Klein einen in sich einzusaugen scheinen …!

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