Der Trend zurück zu verhaltenen, ruhigen Farbgebungen, den man bereits in der Mode und auch bei den aktuellen Make-up-Farben beobachten konnte, bei denen die zuvor vorherrschenden kräftigen Töne von Magenta oder intensivem Violett pudrigem Rosé und fragilem Mauve Platz machten, kann man nun auch in der Inneneinrichtung beobachten. Man geht weg von unruhigen, harten Kontrasten in intensiven Farben und dem spannungsreichen Aufeinanderprallen von Gegensätzen, sondern die Innenräume spiegeln das Bedürfnis nach Ruhe und Harmonie wider mit reduzierten, Ton-in-Ton gehaltenen Farbgestaltungen, die den zarten Nuancierungen der Natur nachempfunden sind. Eintönig wirken diese jedoch nie durch ein geschicktes Spiel mit variierenden Strukturen, die die Monotonie subtil durchbrechen.
Um in der Raumgestaltung Ausgewogenheit und Harmonie zu erreichen, kann man, sollte einem die dezente Farbpalette von Mauve über Beige bis zu den klassischen Neutralen (Trend: “Zurück zur Natur”) nicht zusagen, auch auf sämtliche mittleren Grüntöne zurückgreifen, von deren ausgleichender, harmonisierender Wirkung bereits Goethe und Kandinsky überzeugt waren und die dieses Jahr ohnehin vor allem in der Mode sogar das (schon klassische) Rot ablösen könnten.
Bei den Materialien kann man in der Inneneinrichtung ebenfalls einen Trend zur Natürlichkeit feststellen und statt Lack oder Acryl unbehandelte, helle Hölzer und helles Wildleder finden – diese jedoch stets kombiniert mit einer zurückgenommenen, reduzierten Formensprache. Nicht mehr aktuell sind rustikale, dunkle Möbelstücke, die den Raum zudem durch ihre schiere Größe dominieren. Stattdessen verstärkt sich der Drang zum Weiß, das Helligkeit und Luft in die Räume bringt.